Förderung für das
soziale und kulturelle Leben in Kirchberg

















Förderpreis der Bürgerstiftung an Hans-Friedrich Pfeiffer


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Stiftungsvorsitzender Jürgen Scharch verlieh den Förderpreis der Bürgerstiftung Kirchberg an den Heimatforscher Hans-Friedrich Pfeiffer. Mit in der ersten Reihe: Ehefrau Gertrud Pfeiffer sowie die Grußredner Stefan Ohr und Rudolf Bühler von der Stiftung „Haus der Bauern“

Seit etlichen Jahren widmet sich Hans-Friedrich Pfeiffer intensiv der Quellenforschung zur Entstehungsgeschichte seiner Heimatstadt. Seine Forschungsergebnisse hatte er im vergangenen Jubiläumsjahr anlässlich der von ihm entdeckten ersturkundlichen Erwähnung Kirchbergs im Jahr 1265 mit Vorträgen, Führungen und Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert, und dabei auch mittels akribisch recherchierter Archivdokumente manche der tradierten Irrtümer vorangegangener Chronisten widerlegt.

Auch in seinen jüngsten historischen Befunden, die er am Freitagabend im Rokokosaal erstmals öffentlich vortrug, verwies Pfeiffer weitere Thesen aus der bisherigen Kirchberg-Forschung ins Reich der Fantasie, nach der von der Burg des Raben von Kirchberg und seiner Gemahlin Agnes von 1265 nichts mehr erhalten sei. Der behauptete Abbruch des ganzen Schlosses um 1590 und sein Wiederaufbau im Renaissancestil innerhalb weniger Jahre widerspreche den Archivalien, betonte der Heimatforscher. Durch gründliches Studium der Originalakten zur Baugeschichte gelang Pfeiffer der Nachweis, dass das Renaissanceschloss kein Neubau war, sondern ein relativ kleiner Umbau, der eher einer Modernisierung gleich kam. Die zuvor vornehmlich nach militärischen Gesichtspunkten angelegte Burg wurde umgestaltet zum gräflichen Wohnschloss, Schießscharten wurden zu Fenstern erweitert und die hölzerne Zugbrücke durch eine steinerne Brücke ersetzt. Am Hauptbau selbst erfolgten laut Pfeiffer keine wesentlichen Veränderungen. Die beiden heutigen Querbauten einschließlich dem gesamten Unterbau des Schlosses und den Bastionen stammen im Kern aus der Zeit von 1255 bis 1265, ist er überzeugt.

Damals konnte der Ritter Raben von Kirchberg dank des Erbteils seines reichen Schwiegervaters, des Reichsküchenmeisters Lupold von Nordenberg, die autarke Anlage mit Wohnräumen für mehrere Ritterfamilien und ihrem gut 50 Personen umfassenden Gesinde errichten lassen.

Umfangreich dokumentiert ist die mittelalterliche Kirchberger Bau- und Besitzgeschichte in Pfeiffers neuem und mit vielen Abbildungen und Quellennachweisen versehenem Buch „Kirchberg/Jagst 750 Jahre“, das im Anschluss an den Vortrag offiziell präsentiert wurde. Zuvor jedoch stellte Pfeiffer noch eine zweite neue These auf: Nachdem die Herrschaft der Herren von Kirchberg infolge der „am Rande der Legalität betriebenen Expansionspolitik und Vetterleswirtschaft“ an die Herren von Hohenlohe verloren gegangen war, gelangte Raben IV. von Kirchberg nach Pfeiffers Theorie zu bedeutendem geistlichem und politischem Einfluss als Fürstbischof im Hochstift Eichstätt und gelte deshalb als der bedeutendste Kirchberger.

Nach Pfeiffers profundem historischem Rundumschlag zeigte der lang anhaltende Applaus, dass der Kirchberger Stadthistoriker den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis der Bürgerstiftung „für sein überragendes Engagement zu 100 Prozent verdient hat“, wie es Stiftungsvorsitzender Jürgen Scharch in seiner Laudatio formulierte.

Der abschließende Dank des Geehrten galt vornehmlich der Stadt Kirchberg als Förderer seiner Projekte, den Kirchberger Bürgern, die ihn für die Preisverleihung vorgeschlagen hatten, sowie dem Schlossherrn Rudolf Bühler, dessen Stiftung „Haus der Bauern“ den Rokokosaal für den Festakt zur Verfügung stellte.

Quelle: www.swp.de
Ralf Stegmayer 06.12.2016
Foto: Hartmut Volk






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